Regina Aggio
Cinema Novo
Neues brasilianisches Kino
1954 - 1964

1. Aufl. 2005. 304 S. Zahlreiche Abbildungen.
DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-122-7
Filmstudien. Herausgegeben v. Thomas Koebner. Band 31


In den 1950er Jahren erfand João Gilberto den Bossa Nova, die passende Musik zum Strandgefühl der Jungen und Schönen an der Copacabana. Doch unter der schönen Oberfläche der auch in Brasilien in Mode gekommenen Nierentische, Motorroller, Pferdeschwänze und Elvislocken der 1950er Jahre brodelte es vor allem in den Großstädten außerhalb der politischen und wirtschaftlichen Achse der Macht, die Rio de Janeiro und São Paulo verband. Selbst der VW-Käfer, Frucht der ersten inländischen Autoindustrie, konnte trotz des Optimismus gegenüber dem in eine rosige Zukunft weisenden wirtschaftlichen Aufschwung nicht über die sozialen Probleme hinwegtäuschen.
Die Regisseure des Cinema Novo setzten genau hier an: Sie stellten die gesellschaftlichen Konflikte dar und entwarfen gleichzeitig eine neue filmische Ästhetik. Welche Verbindungen bestehen zwischen dem neuen brasilianischen Film und der Entwicklungspolitik der Regierungen unter Kubitschek und Goulart in dem Zeitraum von 1956 bis 1964? Mit welchen kulturpolitischen und künstlerischen Ideen versuchten die Vertreter der Avantgarde, in diesem Zeitraum gesellschaftliche und politische Veränderungen zu bewirken?
Diese Fragen führen zurück auf die Ursprünge des Cinema Novo im Jahre 1954, die in der Filmkritik zu suchen sind, erfordern die Berücksichtigung der Filme, bieten Erkenntnisse über kultur- und entwicklungspolitische Debatten und eröffnen darüber hinaus Einsichten in das Geschichtsverständnis der künstlerisch-politischen Avantgarde.

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