Sang-Joon Bae
Rainer Werner Fassbinder und seine filmästhetische Stilisierung

1. Aufl. 2005. 396 S. Zahlreiche Abbildungen.
DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-163-0
Filmstudien. Hrsg. von Thomas Koebner. Band 44


Die Filme Rainer Werner Fassbinders (1945-1982), der heute im internationalen Kino-Diskurs in diverser Hinsicht auffällig präsent ist, gehören zu Meilensteinen der europäischen (Auteur-)Filmgeschichte. Sein Werk zeigt explizit eine außergewöhnliche Formen-Vielfalt. Doch hat der Filmemacher selbst den inneren konzeptuellen Zusammenhang seines Œuvres anschaulich betont: "Ich möchte ein Haus mit meinen Filmen bauen. Einige sind der Keller, andere die Wände, und wieder andere sind die Fenster. Aber ich hoffe, dass es am Ende ein Haus wird".
Diese Arbeit konzentriert sich auf die formelhaften, oft undifferenzierten filmanalytischen Etikettierungen, mit denen Fassbinders Filme bis dato versehen wurden, und bringt sie auf einen gemeinsamen Nenner: Stilisierung. Die Stilisierung, die als formgewordenes Selbstbewusstsein des Auteurs sowohl den Zeichencharakter des Films offen legt wie auch seiner Transparenzillusion entgegenarbeitet, fungiert als ästhetisches Bauskelett, das jenes kompakte wie vielschichtige Film-Haus Fassbinders zusammenhält.
Mit dem fragenden Blick darauf, dass Fassbinders Kino trotz ausgeprägter Topographie 'Westdeutschland' weder mit der authentisch-dokumentarischen Neigung der Oberhausener-Generation übereinstimmte noch in der quasi-ödipalen Rebellion zu 'Papas Kino' stand, wird sein Œuvres unter dem Aspekt der filmästhetischen Stilisierung sozusagen wie eine Art Hausführung Räume für Räume, Etage für Etage betrachtet.

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