Manuel Begert
Die Verzeuglichung des Kunstwerkes
Kunsttheorie, Ontologie und Anthropologie in Weiterführung von
Martin Heideggers Denken

1. Aufl. 2010. 280 S. DIN A5. Broschur
Euro 33,00
ISBN 978-3-89796-203-3
Philosophie im Kontext. Interdisziplinäre Studien
Herausgegeben v. Stephan Grätzel. Band 14


Mit seinem Buch legt Manuel Begert auf der Basis des Heideggerschen Denkens eine in sich geschlossene Kunsttheorie vor, die sich als umfassende Ontologie verstanden wissen will. Begerts Untersuchung zielt auf die philosophische Grundfrage ab: "Warum ist die Welt und was machen wir in ihr?"

Ausgangspunkt ist für Begert - wie seinerzeit für Heidegger - das Kunstwerk: Was ist ein Kunstwerk und worin unterscheidet es sich von anderen "Dingen", die wir vorfinden? Was ist das Geschehen von Vorfindlichkeit überhaupt?
Begert bezieht sich auch auf das Spätwerk Martin Heideggers, vor allem auf die Schrift "Die Kunst und der Raum". Diese späten Texte Heideggers gelten zumeist als kryptisch, der Zugang zu ihnen ist nur schwer zu finden. Begert entschlüsselt diese späten Texte nicht nur plausibel, sondern aufgrund seiner Analyse stellt sich dar, dass sich erst hier das Denken Heideggers in absoluter Klarheit und philosophischer Meisterschaft vollzieht und dass erst im Spätwerk das wahre Denken Heideggers zu finden ist. Unstimmigkeiten und Fehlschlüsse im vorangehenden Denken Heideggers, so in der Schrift "Der Ursprung des Kunstwerkes", werden von Begert schlüssig nachgewiesen und richtig gestellt. Begert gelingt es zudem, zentrale Konzeptualisierungen Heideggers herauszuarbeiten, die bisher von der Heidegger-Forschung vernachlässigt oder übersehen wurden, so z.B. die Differenzierung von "geworfener Offenheit" und "eröffneter Offenheit".
Begert, der selbst Kunstschaffender (Malerei und Fotografie) ist, stellt dem Denken Heideggers vergleichend Äußerungen kontemporärer Kunstschaffender (beispielsweise Gerhard Richter) gegenüber und zeigt grundlegende Parallelen auf.
Begerts Untersuchung ist aber nicht nur eine Analyse des Denkens von Martin Heidegger, sondern eine eigenständige Weiterführung desselbigen. Aus der von Begert entworfenen Kunsttheorie ergeben sich Konsequenzen für die generelle Auffassung von dem, was als Kunstwerk gilt. Weiterhin ergeben sich praktische Konsequenzen für den Umgang mit Kunstwerken. Jene betreffen - wie Begert im Einzelnen darlegt - sowohl das Schaffen von Kunstwerken als auch das Betrachten von Kunstwerken sowie die Auffassung von Kunstgeschichte und die didaktische Konzeptualisierung der Kunstpädagogik.
Dabei spielt in Begerts Denken die von ihm begrifflich entwickelte so genannte "Verzeuglichung" eine tragende Rolle. Begert legt dar, in welchen Formen das Werk zum Zeug verkommt, so auch im Sagen, von dem Heidegger sich nicht konsequent löst. Hieraus führt Begerts Denken stringent zu einer Philosophie des Nicht-Sprechens; eines Nicht-Sprechens, in dem es unwesentlich ist, ob gesprochen wird oder nicht.

Der umfassende Ansatz Begerts kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass die grundlegenden Disziplinen, Probleme und Begriffe der Philosophie in ihrem Gesamtzusammenhang abgehandelt werden. Neben der Kunsttheorie, der Erkenntnistheorie (Erkennen, Wissen und Sprechen) und der Anthropologie (Menschsein, Subjekt und Gemeinschaft) wird vor allem die Ontologie erörtert, mit ihren Grundfragen nach Materie, Raum, Zeit und Kausalität.

Zum Autor

Bitte beachten Sie auch:
Zum Autor ist soeben der Band
"Manuel Begert - Malerei und Fotografie"
Katalog zur Ausstellung in der Galerie Alberghina

(Hrsg. v. Claudia Alberghina)
erschienen.