Susanne Flor
"Reisende soll man nicht aufhalten"
Die Filme von Gabriele Salvatores

1. Aufl. 2006. 152 S. Zahlreiche Abbildungen.
DIN A5. Broschur
EURO 19,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-162-3
Filmstudien. Hrsg. von Thomas Koebner. Band 43


In Italien ist Gabriele Salvatores seit Jahren ein gefeierter Autor und Regisseur. Obwohl er schon seit 1982 Kinofilme dreht, schenkt ihm die deutsche Presse erst bei seinem Oscargewinn 1992 mit "Mediterraneo" ihre Aufmerksamkeit. Seinen ersten Filmen, die im weiteren Sinne der Commedia all'italiana zuzurechnen sind, folgen technisch aufwändige Produktionen wie der Science Fiction "Nirvana" (1997) und "Denti" (2000), einer surrealen Alptraumfahrt ins Unterbewusstsein eines durch seine Zähne stigmatisierten Außenseiters. 2002 taucht Salvatores mit "Io non ho paura" ("Ich habe keine Angst") bei der Berlinale auf und bezaubert das Publikum mit seiner Geschichten um den 10-jährigen Michele, der mit dem gleichaltrigen Filippo eine bedingungslose Freundschaft eingeht.
Gabriele Salvatores begreift das Kino wie das Leben als "kollektive Reise". Seine Figuren schickt er in fremde Welten oder in ihr eigenes Universum von vergessenen Erinnerungen. Der Zuschauer begleitet die Charaktere auf ihrer Suche nach Individualismus und Identität, neuen Idealen und Zielen in einer komplexer gewordenen Welt. Mit jedem weiteren Projekt begibt sich auch Salvatores in ein neues Abenteuer. Wiederkehrende Themen und Motive finden sich in unterschiedlichen Genres, die seine Arbeit so ungewöhnlich und abwechslungsreich machen. Die Experimente mit neuen Erzählformen, unkonventionellen Geschichten und innovativer Filmtechnik machen ihn in seinem Heimatland einzigartig.
"Reisende soll man nicht aufhalten" beschäftigt sich mit dem bisher in Deutschland zu wenig beachteten Künstler Salvatores und schildert die Entwicklung des Theaterregisseurs zu einem ernstzunehmenden Kinoautor. Unter filmwissenschaftlichen Gesichtspunkten werden seine Filme vorgestellt und analysiert.

Zur Autorin