Kerstin Gutberlet
The State of the Nation
Das britische Kino der neunziger Jahre

1. Aufl. 2001. 348 S. DIN A5. Broschur
ISBN 978-3-89796-038-1
EURO 29,95
Filmstudien. Band 18. Herausgegeben v. Thomas Koebner


"There`s something about England that`s anti-cinematic." Diese lakonische Formel Alfred Hitchcocks benennt in knappen Worten das "Malheur" des britischen Kinos: die ihm periodisch widerfahrende Missachtung und Schmähung. Doch wo gescholten wird, lässt der Ruhm nicht lange auf sich warten. So zeichnet dieses Buch die noch "lebendige Blüte" des britischen Kinos der neunziger Jahre nach. Das Jahrzehnt vor dem Millenniumswechsel war auf politischer Ebene durch den Übergang von der Konservativen zur Labour Partei und der Frage nach Großbritanniens Stellung innerhalb der europäischen Union geprägt. Die Frage der Positionierung des Landes ging dabei einher mit der Notwendigkeit einer neuen Identitätsfindung. Das britische Kino der Neunziger erzählt Geschichten von Menschen aller "Couleur" und zeichnet auf diese Weise das Porträt einer "Nation im Umbruch". Männlichkeit, Weiblichkeit und Jugendlichkeit dienen als Schlüsselindikatoren, durch die dieser gesellschaftliche Wandel greifbar wird. "The State of the Nation" wendet sich Filmbeispielen der "harten" und "weichen" Männlichkeit (wie Mike Leighs "Naked" oder Peter Cattaneos "The Full Monty") zu, betrachtet filmisch dargestellte Gender-Perspektiven (wie Sally Potters "Orlando") und untersucht kinematographische Generationenkonflikte (wie Danny Boyles "Trainspotting"), um den Zustand der britischen Nation der neunziger Jahre in seinen Nuancen zu erkunden.

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