Caroline Heinrich
Rationalität am Nullpunkt
Veränderung des Rationalitätsverstehens als Verschiebung von Referenzwerten. Am Beispiel von Max Weber, Georges Bataille und Jean Baudrillard

1. Aufl. 1998. 144 S. DIN A5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-928624-91-6
Philosophie im Kontext. Interdisziplinäre Studien
Herausgegeben v. Stephan Grätzel. Band 5


In der Geschichte des Maelströms von Edgar Allan Poe entkommt ein Fischer nur deshalb dem gewaltigen Meeresstrudel, da er durch Selbstkontrolle seine Furcht bannen und somit eine Distanz zum Geschehen aufbauen kann, durch die er gelassen zu beobachten und rational zu handeln in der Lage ist. Der hier vorgestellte Fortschritt als Motiv der Moderne hat sich im historischen Prozess jedoch zu ihrem eigenen Mythos transformiert: Die Aufklärung gründete sich schließlich auf den Glauben, die Gewalt der Natur gänzlich durch die Vernunft kontrollieren und damit beherrschbar machen zu können. Die Vorstellung forderte eine Reduktion des Denkens auf ein Maximum der Rationalität ein: Damit verbunden meinte man, dass sich die Rationalität des Maßstabes eines Gegenübers - des Zwecklosen, der Gewalt, des Spiels, der Erotik, der Verführung - entledigen könne und müsse. Mit dieser Forderung und den aus ihr folgenden Konsequenzen beschäftigt sich die vorliegende Studie. Es wird gezeigt, dass ein solches Programm in einer in den Maelström der Irrationalität versinkenden Rationalität endet. Das aber entspräche einer Assimilation rationaler Momente an die Irrationalität. Die Theoretiker Max Weber, Georges Bataille und Jean Baudrillard werden vor diesem Hintergrund auf ihr Rationalitätsverständnis hin untersucht, um klären zu können, ob und inwiefern bei ihnen das Andere der Vernunft gedacht wird.

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