Johannes Hilgart
"Die Erde und das Paradies"
Dualistische Weltsichten in der deutschen Nachkriegsliteratur

1. Aufl. 2002. 392 S. DIN A 5. Broschur
EURO 33,00 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-075-6
GiG. Germanistik im Gardez! Herausgegeben von Dieter Kafitz . Band 7


In den ersten Jahren nach 1945 erschien auf dem deutschsprachigen Buchmarkt eine Reihe von fiktionalen Werken, in denen versucht wurde, eine Erklärung der Misere der Zeit zu formulieren. Sie enthalten dabei immer eine Kritik der ganzen modernen, angeblich auf materialistischen, anti-geistigen Prinzipien beruhenden Zivilisation, deren Scheitern in der Herrschaft der Nationalsozialisten offenkundig geworden, mit deren Ende aber dennoch nicht untergegangen sei. Angesichts der vermeintlich unrettbaren Verderbtheit der Gegenwart postulieren diese Autoren in ihren Erzählungen und Romanen die Existenz einer zweiten, vollkommen von der empirischen Welt abgetrennten Wirklichkeit neben dieser. Der, wenn auch nur augenblicksweise, Übergang des Einzelnen in die 'andere Welt' oder wenigstens der Versuch dazu steht im Zentrum aller besprochenen Texte, die also vor allem die Weltspaltung selbst und die Möglichkeiten thematisieren, sie zu überwinden. Dieses schwierige Beginnen wird allein zum Thema, nicht die Beschaffenheit der 'anderen Welt'.
Analysiert werden Werke von Heinz Risse, Arno Schmidt, Hans Erich Nossack, Hermann Kasack, Horst Lange, Ernst Kreuder, Emil Barth, Hermann Lenz und Alexander Lernet-Holenia. Am Ende der Studie wird versucht, die Ergebnisse in den Traditionszusammenhang der europäischen literarischen und theoretischen 'Moderne' zu stellen, die zum großen Teil ebenfalls von einem solchen wirklichkeitsüberwindenden Dualismus bestimmt ist.

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