Erwin Hufnagel
Der Logos des Konkreten
Philosophisch-pädagogische Annäherungen an Wilhelm Dilthey
und Max Scheler.

Teil I: Vom cartesischen Rationalismus zur hermeneutischen
Philosophie Wilhelm Diltheys

1. Aufl. 2010. 728 Seiten. DIN A5. Gebunden
EURO 59,90 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-214-9
Hermeneutik im Gardez! Hrsg. v. Erwin Hufnagel u. Jure Zovko. Band 5


Ich, Individuum, Person, Monade, Subjekt und Selbst sind Zentralbegriffe unserer Kultur. Die europäische Geschichte der Verinnerlichung, des Wissens-um, das nicht einfach mit radikaler Reflexion gleichgesetzt werden darf, wird an einigen philosophisch-pädagogischen Beispielen von Homer bis Theodor Litt nachgezeichnet. Diese wechselvolle Geschichte, in der Ciceros vor 2000 Jahren entworfene, Individualität, Dignitas und Willen ins Zentrum rückende Philosophie der Person besonders bedeutsam wurde, erreicht ihren Höhepunkt in Leibnizens Monadologie (1714), die gegen Descartes’ substanztheoretischen Dualismus gewandt, teleologisches und physikalisches Denken systematisch verbindet. Individualität wird als genetisches Prinzip, als einzigartige entwicklungslogische Ganzheit gedeutet. Das Konkrete erhält den Rang eines ewigen Gedankens. Es gibt den Logos des Konkreten. Damit erhalten die Wissenschaften vom Menschen eine gänzlich neue kategoriale Gestalt und politisch-geschichtliche Bedeutung. Es gilt, das individuelle Gesetz zu entdecken und zu wahren.

Monadologisch-qualitativ-geschichtliche und quantitativ-cartesisch-dualistische Denkansätze ringen seit dem 17. Jahrhundert miteinander. Durch die Dominanz des cartesisch-kausalanalytischen Modells, das in der Aufklärung unkritisch universalisiert wurde, wird dieser schicksalhafte Kampf der Weltdeutungen bis auf den heutigen Tag zum Teil verdeckt. Die cartesische Kategorialität hat sich bis ins alltägliche Bewusstsein durchgesetzt. Es gab und gibt beachtenswerte Gegenbewegungen.
Comenius kämpft gegen das Herrschaftsinteresse der neuzeitlichen mathematisierten Naturwissenschaft mit monadologisch-mikrokosmischen Denkmitteln. Rousseau widersetzt sich im Émile der Naturalisierung des Geistes durch Helvétius und seine sensualistischen Gefährten mit einem monadologischen Rekurs. Schleiermacher, Herbart und Humboldt berufen sich grundlagentheoretisch auf die Metaphysik der Monade. Hegel denkt sie als Begriff und rettet die Tiefe des überkommenen metaphysischen Gedankens.

Richard Hönigswald, Theodor Litt, Wilhelm Dilthey und Max Scheler führen die monadologische Tradition in je eigener Form weiter. Aus ihrem Geiste sind die hier vereinten kleinen hermeneutischen Versuche gedacht.

Inzwischen ist der II. Band erschienen:
"Max Scheler – Phänomenologische Idolenlehre und Philosophie der natürlichen Weltsicht"

Zum Autor

Erwin Hufnagel ist auch Autor des Gardez!-Bandes
"Einführung in die Hermeneutik "

Außerdem ist er Mitherausgeber der bei Gardez! erscheinenden Zeitschrift
"Studia hermeneutica"

Bitte beachten Sie auch den Titel:
"Ethos - Sinn - Wissenschaft. Historisch-systematische Perspektiven einer philosophischen Pädagogik. Festschrift für Erwin Hufnagel"

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