Birgit Joest
Von fliegenden Menschen, ratlosen Artisten und Unbesiegbaren
Transformationen des Zirzensischen im deutschen Film.
Genese und Selbstreflexivität

1. Aufl. 2008. 360 S. Zahlreiche Abbildungen.
DIN A5. Broschur.
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-190-6
Filmstudien. Herausgegeben v. Norbert Grob und Thomas Koebner. Band 56


"Das Kino hat sehr große Ähnlichkeit mit dem Zirkus. Wenn es kein Kino gegeben hätte, wäre ich wahrscheinlich gern Direktor eines großen Zirkus geworden." (Federico Fellini)

Seit seinen frühesten Tagen unterhält das Kino zum zweckfreien Körperspiel des Zirkus und zu dessen anverwandten Künsten eine Liebesbeziehung der besonderen Art - zu Beginn ganz offen, später subtil verdeckt; bedeutete doch die etwas anrüchige Nähe zum Milieu Fluch und Segen zugleich für das Image des neuen Mediums. E. A. Dupont, Federico Fellini oder Max Ophüls - namhafte wie heute vergessene Regisseure waren von der sinnlich aufgeladenen Atmosphäre der antibürgerlichen Halbwelt von Artisten, Feuerschluckern und Löwenbändigern Zeit ihres Schaffens fasziniert und nährten damit die Fantasien ihres Publikums. Im Ausstellen von Sensationen und Schauwerten, in der Inszenierung der menschlichen Physis, die die Schwerkraft überwindet und scheinbar übermenschliche Fähigkeiten freisetzt, feiert das Kino sich selbst und entfaltet so zugleich einen metafilmischen Diskurs über die eigene mediale Genese. Bis heute lässt sich der maßgebliche Einfluss der performativen Kunst auf das populäre Kino und seine Blicksysteme wie ein roter Faden durch die Filmgeschichte verfolgen.
"Von fliegenden Menschen, ratlosen Artisten und Unbesiegbaren" bietet die erste umfassende Analyse und Filmographie zur intensiven Wechselbeziehung von Zirkus-Performance und Filmschaffen in Deutschland von den Anfängen bis in die Gegenwart.

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