Anglistik und Amerikanistik im Kontext

Herausgegeben von K. Ludwig Pfeiffer

Reihencharakteristik

Die Anglistik bzw. die anglistische Literaturwissenschaft sind keine Disziplinen mit wohldefinierten Forschungsparadigmen. Dies gilt für ihre Geschichte; es gilt noch mehr für ihre Gegenwart und Zukunft: Denn die bisherige Mittelpunktstellung der Literatur Englands, die ohnehin erst seit dem 18. Jahrhundert deutlich ausgeprägt ist, tritt teilweise zugunsten kultureller und medialer Konfigurationen mit höherer Komplexität und anderer Dynamik zurück. Damit geraten die gewohnten Kontinuitätsvorstellungen von 'englischer' Literatur aber auch rückblickend teilweise ins Wanken. In der amerikanischen Literatur bzw. der Amerikanistik lagen und liegen die Verhältnisse ohnehin anders. Die Reihe "Anglistik und Amerikanistik im Kontext" möchte versuchen, den daraus resultierenden kulturell-medialen Verschiebungen Rechnung zu tragen. In ihr sind vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, Studien erwünscht, in denen die Formen englischer und anglophoner Literaturen zumindest modellhaft mit kulturellen oder mentalitätsgeschichtlichen Spannungen gekoppelt bzw. in ihren nicht nur in der Gegenwart oft deutlich konkurrenzartigen Beziehungen zu anderen Medien situiert werden. Ohne einen bestimmten Begriff von Kultur und Medium vorauszusetzen, ist die Reihe an der Exploration ästhetisch-kultureller Verflechtungen und an Situationen der Intermedialität interessiert. Das bedeutet, dass in der Reihe auch Arbeiten, die vornehmlich anderen als literarischen Medien gewidmet sind, in ihr einen systematischen Platz finden können. Insofern bemüht sich die Reihe aus anglistischen bzw. amerikanistischen Blickpunkten und durch anglistische bzw. amerikanistische Fallstudien auch um die Präzisierung und ggf. Modernisierung von Fragestellungen der Allgemeinen bzw. Vergleichenden Literaturwissenschaft.

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