Annika Schoemann
Der deutsche Animationsfilm
Von den Anfängen bis zur Gegenwart 1909 - 2001

1. Auf. 2003. 376 S. Zahlreiche Abbildungen. DIN A5. Broschur
EURO 29,95
ISBN 978-3-89796-089-3
Filmstudien. Herausgegeben v. Thomas Koebner. Band 34

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Das weit verbreitete Vorurteil, der Animationsfilm sei stets gezeichnet, komisch und richte sich nur an Kinder, kann noch um den Zusatz ergänzt werden, alle Filme stammten aus dem Hause Disney. Es verwundert daher nicht, dass der deutsche Animationsfilm in der Filmgeschichtsschreibung kaum Beachtung gefunden hat. Hinzu kommt noch eine allgemeine Unsicherheit gegenüber dem Begriff "Animationsfilm".
Dieses Manko möchte die hier vorliegende Studie beseitigen. Gleich ob Puppen- oder Zeichenfilm, Silhouetten- oder Sandtrick, es geht stets darum, toten Gegenständen oder Bildern Leben einzuhauchen, sie zu beseelen. Das Verständnis der unterschiedlichen Animationstechniken legt die Grundlage, den historischen Werdegang der Kunstform Animationsfilm, in Deutschland zu verfolgen. Der historische Abriss umfasst dabei den Zeitraum von 1909 bis 2001 und setzt sich mit über 100 Filmen auseinander. Konnte Guido Seeber Anfang des Jahrhunderts sein Publikum noch mit einer "geheimnisvollen Streichholzdose" in Erstaunen versetzen, verlor der Animationsfilm bereits im ersten Weltkrieg seine Unschuld und wurde mit "John Bull" in den Dienst der Kriegspropaganda gestellt. In den Zwanzigern wurde seine Werbewirksamkeit entdeckt, während mit der "animierten Avantgarde" zur gleichen Zeit eine reine Kunstform des Animationsfilms erstaunlich breite Rezeption erfuhr.
Über die animierten Werbefilme Fischerkoesens als gezeichnete Zeugen des Wirtschaftswunders der 50er Jahre, die experimentellen Kurzfilme der 60er bis zum Versiegen des Genres in den 70er Jahren und seinem Comeback in den 80er und 90er Jahren durchlebte der deutsche Animationsfilm alle Phasen des 20. Jahrhunderts bis ihm im neuen Jahrtausend schließlich eine breitere Akzeptanz zu zuvor nicht vorstellbaren Höhenflügen verhalf.

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