Dirk Solies
Natur lesen
Geschichte und Gestalt ästhetischer Leitbilder

1. Aufl. 1999. 150 S. DIN A5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-019-0
Philosophie im Kontext. Interdisziplinäre Studien
Herausgegeben v. Stephan Grätzel. Band 6


Natur ist wieder in die Diskussion gekommen. Nicht nur als Objekt ökologischer Debatten, sondern vor allem als Gegenstand einer neu zu entwerfenden Ästhetik der Natur. Am Anfang der Reflexion über Naturschönheit steht das Paradox ihrer Unverfügbarkeit. Das zentrale Kuriosum der historischen Genese der Naturästhetik besteht darin, dass sich die Wahrnehmung von Natur als eines Reiches des Schönen nur dort entfaltet, wo der lebensweltliche Zusammenhang mit Natur aufgebrochen und distanziert ist. Das ästhetische Urteil über das Naturschöne, das sich selbst zumeist als unvermittelte Spontaneität, als reines Gefallen an den natürlichen Gestaltungen versteht, ist hochgradig determiniert von kulturellen Prägungen und Vorverständnissen. Zunächst werden drei Typen von Leitbildern ästhetischer und vorästhetischer Naturerfahrung unterschieden (mythische, allegorische, pragmatische). Auf der Basis dieser historischen Bestimmungen werden Perspektiven einer Neubewertung aktueller Leitbilder entwickelt, wobei auch die Rolle der Freizeit (Sport, Tourismus) berücksichtigt wird.

Zum Autor

Dirk Solies ist auch Autor des Gardez!-Bandes
"Natur in der Distanz"