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Marcus Stiglegger
Sadiconazista
Faschismus und Sexualität im Film

2. Auf. 2000. 256 S. Zahlreiche Abbildungen. DIN A5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-009-1
Filmstudien. Herausgegeben v. Thomas Koebner. Band 10

Der Band ist vergriffen.



Die Ära des Nationalsozialismus erweist sich als beständiges Thema im Filmschaffen Europas und Amerikas. Neben zahlreichen auf Authentizität angelegten, naturalistischen Historiendramen und Fernsehserien entwickelte sich jedoch eine Tendenz, die den deutschen Faschismus als eine vornehmlich sexuell motivierte Bedrohung charakterisierte. Diese Strömung lässt sich als kommerzieller Trend betrachten, bemerkt man die Häufung derartiger Produktionen in den Jahren 1975 bis 1979. Gerade in Italien begann eine junge Generation von Filmemachern mit durchaus politischen Ambitionen - Bernardo Bertolucci, Liliana Cavani, Lina Wertmüller u.a. - das Erbe des Neorealismus abzuschütteln... "Sadiconazista" stellt den Versuch dar zu zeigen, welches Bild vom Nationalsozialismus durch diese Strömung vermittelt wird und auf welche Weise dieses Bild und seine Stereotypen bis ins Kino der jüngsten Gegenwart nachwirken. Bisherige Analysen des Themas von Susan Sontag bis Saul Friedländer werden ebenso behandelt wie die literarischen Ursprünge des Diskurses. Der Hauptteil bietet die eingehenden Analysen ausgewählter Beispielfilme: La cadute degli dei (Die Verdammten), Il conformista (Der große Irrtum), Il portiere di notte (Der Nachtportier), Pasqualino Settebellezze (Sieben Schönheiten), Salon Kitty (Salon Kitty/Doppelspiel) Salò (Die 120 Tage von Sodom), L'ultima orgia del Terzo Reich und Schindler's List (Schindlers Liste). Eine ausführliche, kommentierte Filmografie und eine umfassende Bibliografie ergänzen den Band.

Zum Autor

Marcus Stiglegger ist auch Herausgeber des Gardez!-Bandes
"Kino der Extreme. Kulturanalytische Studien"
Außerdem ist er Mitherausgeber des Bandes
"Grenzsituationen spielen. Schauspielkunst im Film: Fünftes Symposium