Ursula Vossen
Schatten der Erinnerung
Film und Literatur im Spanien nach Franco

1. Aufl. 2002. 504 S. Zahlreiche Abbildungen. DIN A5. Gebunden
EURO 39,90 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-051-0
Filmstudien. Herausgegeben v. Thomas Koebner. Band 19


Der spanische Film der achtziger Jahre war eine wichtige gesellschaftliche Kraft. Er erzählte Gegengeschichten zur 36 Jahre lang oktroyierten frankistischen Interpretation der Vergangenheit und des Spanischen Bürgerkriegs. Die neue künstlerische Freiheit nach Francos Tod nutzten spanische Filmemacher, um mit großem Erfolg beim Publikum wichtige oppositionelle Werke der spanischen Literatur für das Kino zu entdecken. Diese Literaturfilme sind ein archimedischer Punkt für das Verständnis der politischen und kulturellen Geschichte Spaniens seit dem Bürgerkrieg. Eingebettet in grundsätzliche Überlegungen zu filmischen Adaptationen und in einen Überblick über das zeitgenössische spanische Filmschaffen werden sechs Schlüsselfilme von Carlos Saura, Mario Camus, Víctor Erice, Vicente Aranda und Francesc Betriu fruchtbar gemacht für die Analyse der historischen Umbruchphase: vom frankistischen Patriarchalregime hin zur parlamentarischen Monarchie unter König Juan Carlos I. Diese Filme geben der schwierigen Selbstverständigung der spanischen Gesellschaft über die eigene Vergangenheit Ausdruck. In ihrer Rückschau auf scheinbar überwundene Konflikte bilden sie jedoch ebenso den Zeitgeist der achtziger Jahre ab und thematisieren existenzielle Grenzerfahrungen, die auf den Spanischen Bürgerkrieg und den Übergang von der Diktatur in die Demokratie verweisen.

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