Klaus-Wolfgang Winter
Das Band des Universums
The cement of the universe

1. Aufl. 1999. 268 S. DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-015-2
Philosophie im Gardez!
Hrsg. v. Matthias Kettner. Band 6


Dass wissenschaftliche Erkenntnis das Resultat aus Empirie und Theorie darstellt, ist eine Selbstverständlichkeit. Die These von der Theorieabhängigkeit jeglicher Beobachtung wurde weitgehend akzeptiert. Hier werden die Anfänge der neuzeitlichen Naturwissenschaft unter diesem Gesichtspunkt analysiert. Das Problem der Bewegung als Manifestation von Kräften, darstellbar als Funktion von Raum und Zeit, wurde von Galilei und Newton gelöst. Es war keine Abstraktion aus den Phänomenen, sondern die Frucht glücklicher Antizipation: Galilei stellte sich Zeit als eine euklidische Gerade vor, Newton postulierte die allgemeine Gravitation. Beide verschleierten ihre Erkenntnis jedoch, weil sie sich einem naiven zeitgenössischen Empirismus verpflichtet fühlten. Kepler bildete darin die große Ausnahme; er führt uns als einziger durch das Labyrinth seiner Annahmen. Lockes empiristische Zeichen- und Abstraktionstheorie wird analysiert, ihr wird Berkeleys erstaunlich moderne zeichentheoretische Erkenntnis gegenübergestellt. Humes Kausalitätsanalyse erscheint paradigmatisch für die naiven Vorstellungen über Abstraktion und Antizipation. Wäre er Newton nicht auf den empiristischen Leim gegangen, dann hätte nicht erst Bergson erkannt, dass man nur unter Annahme von Thesen von Ursachen als Zeichen sprechen kann.

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